„Befeuernde Wirkung“ durch den BayMeGo-Inklusionspreis im MGC

Von Friedrich Bräuninger

„Wird der Golfsport über kurz oder lang sein Gesicht verändern?“ Diese etwas  provozierende Frage stellte Ralf Exel, Vorsitzender der Bayerischen Medien-Golfer (BaMeGos) und SAT1-Moderator, an den Beginn seiner Laudatio anlässlich der Verleihung des Medienpreises „Inklusion 2016 “ im Münchener Golf Club (MGG) am 13.9. Der zum zweitem Mal ausgelobte Award spiegelte laut Exel eine Entwicklung wider, die von den BayMeGos „wesentlich mit angeschoben“ worden sei und die Vereinigung von rund 80 Journalisten/innen auch weiterhin inhaltlich beschäftigen werde: die gleichberechtigte  Teilhabe von Menschen mit ohne gesundheitliche Einschränkung auf den Golfplatz.

„Erfreulicherweise öffnen sich immer mehr deutsche Clubs und Anlagen diesem Thema“, betonte Exel. Zum einen könnten Menschen mit den unterschiedlichsten körperlichen und mentalen Voraussetzungen Golf spielen. Der vor dem eigentlichen Schlag stets ruhende Ball komme vielen von ihnen dabei sehr entgegen. Zudem sei auch die Stärkung der Motorik und der Koordination zu nennen, ein Vorteil, der  Menschen mit Handicap mindestens genauso wie allen anderen auch zu gute komme. Das alles habe sich beim Scramble-Turnier „Inklusion Pur“ des MGC eindrucksvoll gezeigt.

Bei ihren Bewertungen für ihren Award „Inkusion & Medien 2016“ ging es  der BayMego-Jury vor allem um folgende Aspekte:

  • Welche Aktivitäten hat der jeweilige Club in Sachen „Golfen für Menschen mit Behinderung und Inklusion“ bislang entwickelt?
  • In welcher Form, welcher Qualität und auf welchen Kanälen wurden diese Aktivitäten nach innen und nach außen kommuniziert?
  • Wie sehen die weiteren Planungen (z.B. Barrierefreiheit, Training, Turniere) in puncto freudvolles und gleichberechtigtes Miteinander von Nicht – Behinderten und Behinderten auf dem Golfplatz aus?

In diesen Kategorien hätten sich die Preisträger beste Noten verdient. Basierend auf  Recherchen, Empfehlungen von Fachleuten, eigenen Analysen und Bewertungen habe die  Baymego-Jury für 2016 vier Golfclubs  – gleichrangig und ohne Priorisierung – als besonders herausragend gesehen.

– der Golfpark München Aschheim, vertreten durch die Trainerin des Projekts „Handicap Stars“  Elizabeth Höh, Sportdirektor Vincent Weinzettel  und  Geschäftsführer Jochen Hornig;

– der Golfclub Kallin (Berlin/Brandenburg), vertreten durch seinen Präsidenten Heinz Fink, den Inklusionsbeauftragten und Blindengolfer Bernd Walsch sowie dessen Coachin Elke Burmann;

der Mainzer Golfclub , vertreten durch seinen Fully Qualified PGA-Professional Nicolas Zimmermann und den Inklusions-Projektbegleiter Sven Nürnberger;

– der Golfclub Oberursel-Skyline, vertreten durch seinen Ehrenpräsidenten Klaus Mehler.

Der Berliner Blindengolfer Bernd Walsch, „Handicappded Captain“ im GC Kallin und Leiter des Büros für Inklusion und Zukunftsfragen im Golfsport (BIZ), bedankte sich in einer humorvollen Rede – stellvertretend für alle Preisträger –  für die BayMeGo-Auszeichnung und unterstrich, welch „befeuernde Wirkung“ dieser Award auf die weitere Entwicklung des Golfsports für Menschen mit Behinderung in Deutschland habe. Als Koordinator eines Netzwerks von über 40 Inklusionsbeauftragen in deutschen Golfclubs hoffe er, dass solche Signale endlich auch beim Deutschen Golfverband (DGV) ankommen würden.

Gruppenbild mit Preisträgern des BayMeGo-Awards „Inkusion & Medien 2016
Gruppenbild mit Preisträgern des BayMeGo-Awards „Inkusion & Medien 2016

Wolfgang Schmitz, Präsident des Münchener Golfclubs, hatte sich während des Turniers mehrere Stunden ein persönliches Bild vom Inklusions-Geschehen (Golfer/innen mit und ohne Behinderung bildeten jeweils ein Team)  auf seinem traditionsreichen Platz gemacht und mehrere Fligths der 43 Teilnehmer  aus der Distanz begleitet. Fasziniert hätten ihn nicht nur die sportlichen Leistungen der behinderten Golfer, sondern auch deren „ ansteckend freudvolle und zurückhaltende Art“ (Schmitz), von der sich manche andere „eine Scheibe abschneiden“ könnten. Der Golfclub-Präsident mandatierte spontan die MGC-Mitarbeiterin Mirjam Ludwig (zuständig für Marketing/Sponsoring) zur neuen Inklusionsbeauftragten des Vereins und kündigte an, nach der überaus gelungenen Premiere das Turnier „Inklusion Pur“ in den kommenden Jahren zu einem festen Bestandteil im Turnierkalender des MGC machen zu wollen.

v.l.n.r. Vincent Weinzettel, Elizabeth Höh, Friedrich Bräuninger, Jochen Hornig
v.l.n.r. Vincent Weinzettel, Elizabeth Höh, Friedrich Bräuninger, Jochen Hornig

Großen Applaus bei der Siegerehrung dieses inklusiven Wettspiels gab es auch für den Contergan-geschädigten Golfer Heinz Barnbeck (GC Open 9 Eichenried), frisch gebackener Champion der Swedisch Open for Disabled Golfers. Auch der Blindengolfer Alois Krabatsch vom GC Holledau, der am vorigen Wochenende in Landshut die HVB/BGV Internationalen Bayerischen Meisterschaften in seiner Behinderungsklasse gewonnen hatt , beeindruckte selbst seinen Flightpartner Philipp Stangassinger (PRO) durch seine stabilen Abschläge sowie ein gefühltes Dutzend von Single-Putts.

Sieger der Bruttowertung des Turniers „Inklusion Pur“ wurden Maximilian Tschinkel vom Münchener GC und der Italiener Rodolfo Cappellazzo vom GC Salili Treviso mit 44 Punkten.  Die Nettowertung  gewann das Duett Claudia Bachmair-Vogl vom Münchener GC und der für den Golfpark München Aschheim startende Behinderten-Golfer Friedrich Bräuninger mit 52 Punkten.